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LaraconEU 2016

von Philipp Lauwiner
10.10.2016

Entwicklung Konferenz

Die weltweit grösste Konferenz zu dem beliebten PHP Framework ging diesen August in Amsterdam über die Bühne. Ein paar Zeilen zu den besuchten Talks, wie auch ein kleiner Reisebericht für Interessierte, gewähren einen Einblick in die Veranstaltung.

Für die LaraconEU 2016 pilgerte ich im September in die Hauptstadt der Holländer, Amsterdam. Der folgende Blogpost ist eine Mischung aus einem Reisebericht und kurzen Zusammenfassungen der dort besuchten Talks. Falls du nur an kurzen Resumes der besuchten Vorträge interessiert bist, lohnt sich vor allem eine Lektüre ab der Keynote. Solltest du dich auch gerne von freien Gedanken und kurzen Anekdoten zu der Reise und der Stadt an sich berieseln lassen, kannst du dir gerne auch das erste Kapitel zu Gemüte führen. Ich wünsche viel Spass dabei.

Ankunft in Amsterdam

Ankunft

Nach einem kurzen Flug von knapp anderthalb Stunden setzte ich zum ersten Mal einen Fuss in diese Stadt, welche vor allem für ihre Flüsschen, ihr Rotlichtmillieu und natürlich die Botanik, sei diese zu Zier- oder zu Konsumzwecken, bekannt und berüchtigt ist. Mein erstes Ziel war allerdings meine Unterkunft für die nächsten paar Nächte, und so begann die Suche nach einer Transportmöglichkeit.

Die erste Idee, UBER auszutesten (Google Maps war an diesem Vorhaben schuld, man ist eben doch nicht immun gegen Werbung), verwarf ich nach ein paar fruchtlosen Versuchen, deren Abholpositionen zu finden, und wurde schliesslich von einem freundlichen und kommunikativen Taxifahrer (Eddy) nach Slotterdjik («Sloterdeik» ausgesprochen) gebracht.

Meine Zimmer stellte sich als relativ klein heraus, hatte aber ein eigenes Badezimmer mit Dusche, und da ich nicht rechnete unnötig viel Zeit hier zu verbringen, war das absolut meinen Bedürfnissen entsprechend. So verbrachte ich auch nur eine kurze Zeit damit, mich etwas einzurichten und machte mich dann schon auf den Weg zum nahegelegenen Bahnhof, um mich nach einem GA Ersatz für die folgenden fünf Tage zu erkundigen. Einmal eine Drei-Tages-Karte und einmal eine Zwei-Tages-Karte und das Problem war gelöst! Am nächsten Tag erfuhr ich dann, dass die Venue genau eine Station zu weit weg war, und ich dementsprechend diese Strecke separat berappen musste, aber da die holländischen Zug Tarife jenen der SBB in einigem nachstehen, war dies nicht weiter tragisch.

«Tolerante Stadt, cool!», dachte ich mir.

Dann war es natürlich Zeit, einen richtig tiefen Atemzug der neuen Stadt zu inhalieren, also führte mich mein Weg direkt nach Amsterdam Centraal. Als die Zugtüren sich öffneten war er auch schon da, der konstante Weedgeruch, der mich während dem Aufenthalt in diesem Teil der Stadt ständig begleiten sollte! Also, schnell die körpereigenen Olfaktorik-Sensoren etwas hinunterfahren. Mit einem gespannten, fröhlichen Lächeln im Gesicht lief ich also, ziellos und bereit die Stadt selber auf mich wirken zu lassen, los und flanierte durch die stets von Fahrradwegen dominierten Strassen Amsterdams. Schon in der ersten Seitengasse, die ich betrat, sichtete ich den ersten amüsierten Mob. Drei offensichtlich männliche Zeitgenossen in genau so offensichtlich nicht dem traditionellen Männerbild entsprechenden Kleidern, präsentierten sich lasziv auf der Strasse und wurden von johlenden Herumstehenden freudig angefeuert und abgelichtet. Grinsend lief ich an der Szene vorbei und trat weiter in die Gasse, in der Bars augenscheinlich keine Mangelware waren. Ideal für mich, da sich mittlerweile schon ein kleines Dürstchen in mir breitgemacht hatte. «Tolerante Stadt, cool!», dachte ich mir, als mir noch einige stark geschminkte, frauenkleidertragende Männer begegneten.

Nach wenigen Schritten zog dann eine Bar auch meine Aufmerksamkeit auf sich und schon sass ich auf der Besucherseite der Theke und liess, meine vor Freude glänzenden Augen, über die riesige Schiefertafel mit der angepriesenen Bierauswahl hinter der Bar gleiten. Nach den ersten zwei, drei degustierten Sorten (und ich gebe zu, die Qualität eines jeden Bieres war weit über Durchschnitt und dieser Standard hielt sich auch über die restlichen Verkostungen konstant hoch!) kam ich dann auch mit dem Personal ins Gespräch und fand heraus, dass Amsterdam zwar schon immer sehr tolerant und speziell sei, heute allerdings der Drag-Queen-Day in dieser Strasse statt finde. Das erklärte also den Anblick der bärtigen lila Fee mit Flügeln, die gerade ziemlich angetrunken und tappsig in ihren High Heels durch die Fenster der Bar auf der Strasse zu sehen war. Ich freute mich über die Toleranz und Akzeptanz, welche die Leute hier auf einer Seite zu Tage trugen, und auf der anderen Seite auch erfahren durften, und beschloss, dass man darauf ruhig noch ein weiteres spezielles Bier trinken könne. So widmete ich also den ersten Abend insbesondere den wissenschaftlichen Feldstudien zu verschiedensten einheimischen und belgischen Gährungserzeugnissen, analysierte Konsistenzen und Geschmacksrichtung und verglich konzentriert einen vegetarischen Hopfen-Malz-Tee mit dem nächsten. Für die Wissenschaft, versteht sich!

Besonders schön fand ich zudem, dass die Holländer für quasi jedes Bier, welches sie anbieten, auch das passende Glas servieren. Man bekommt nicht etwa ein vollmundiges Tripple in einer für Lager vorgesehenen Flute, sondern in einem dafür gedachten grossbauchigen Kelch e vic versa. Diese Liebe zum Detail erfreuen einen Geschmacksreisenden wie mich natürlich sehr! Ausserdem begrüsste ich auf meiner Heimreise auch die weltweite Verbreitung und Zugänglichkeit von Acetylsalicylsäure, man denkt ja schliesslich auch voraus.

Photo by Philipp

Laracon erster Tag

Location und Leute

Schweizerisch wie man ist, will man natürlich keinesfalls zu spät kommen. Kurz gesagt, ich hatte rund 45 Minuten Zeit, mir die Umgebung vor und rund um die Location anzusehen. Schon auf der Webseite wirkte der industrielle und vor allem auch steampunkige Charme auf mich, und ich muss gestehen, ich wurde nicht im Geringsten enttäuscht - im Gegenteil: Die Location liegt leicht ausserhalb Amsterdams, also zwischen der eigentlichen Stadt und Harlem. Es handelt sich um eine ehemalige Zuckerfabrik, welche nun zu einer Eventlocation umgebaut wurde, und das ist den Leuten auch wirklich unglaublich gut gelungen! Von aussen wusste ich direkt: Entweder wird das ein verdammt geiler Anlass, oder aber ich wurde in die Falle eines Snuff-Autoren gelockt und nachdem ich dieses abgelegene Gebäude betreten werde, wird man nie mehr etwas von mir hören. Dieser Blogeintrag weist auf ersteres hin, was glücklicherweise auch der Fall war.

Photo by Esther van Putten
Photo by Philipp

Gegen halb zehn also betrat ich mit zahlreichen anderen Besuchern die Industriehalle. Von grellem Sonnenlicht (glasklarer Himmel mit einer Temperatur, die während dem Tag bis auf über 30 Grad klettern sollte) in angenehme Dunkelheit, die nur stellenweise von sanftem roten und blauen Licht (je nach dem in Nähe welchen Tracks man sich befand) erhellt wurde. Im Eingangsbereich waren die Aussteller und Sponsoren zu sehen, die mit kleinen Ständen unaufdringlich den Weg zierten, und die immer bereit waren, bei einem kleinen Schwätzchen ihre Produkte zu erklären oder je nach dem zu demonstrieren. Die Registrierung verlief schnell und schmerzfrei, und mit dem Pass erhielt man auch gleich die Wegbeschreibung zur Kaffee und Tee Ausgabe.

Der nächste Raum war dann das wirkliche Highlight. Zahlreiche Stehtische und auch eine Menge Tische mit normaler Höhe wurden eingerahmt von 4 Ecksofas, welche den schätzungsweise 30 x 30 Meter Bereich für gemütliches Diskutieren, Essen, Programmieren oder einfach nur Entspannen definierten. An den Seiten dieser Lounge war das Buffet angebracht, an dem es nun, und auch über die Dauer der gesamten Konferenz, kostenfreien Kaffee, Tee und natürlich auch Wasser, sowie Softdrinks gab. Einfach hingehen und bestellen, oder sich selber am Kühlschrank oder den immer gefüllten Schalen mit Wasserflaschen bedienen. Das Catering leistete tolle Arbeit und auch der Mittagstisch war mit einem breiten Angebot (laut Twitter auch vielfältig für Vegetarier) ausgestattet, thumbs-up!

Kaum hatte ich mich mit meinem Kaffee an einen freien Stehtisch gestellt, gesellten sich auch schon zwei nette Typen zu mir und das freundliche Geplauder rund um Laravel, PHP, Computer und andere Hobbies begann. Schnell bestätigte sich wieder, dass eine Kongruenz vieler Umgebungsvariablen zu einer schnellen Synchronisation der Datenflüsse mit einem sehr latenzarmen Verkehr führt, oder profaner ausgedrückt: Nerds verstehen sich schnell.

Photo by Esther van Putten

Keynote

Den Anfang machte, natürlich Taylor Otwell, mit einer kleinen Keynote über den Stand von Laravel, insbesondere der kurz vor Release stehenden Version 5.3. Der Höhepunkt war zweifelsohne die Demonstration der neu eingebauten Notifications, in dem er live eine Notification auslöste, welche an einen Postkartenservice gebunden war, der dann den gewünschten Text direkt auf eine Postkarte, ausgestattet mit einem Bild der LaraconEU '16, an seine Familie verschickte. Internet meets real life sozusagen. Achja, mittlerweile kam auch der Tweet heraus, mit dem Foto, welches das Ankommen der Postkarte bestätigten: klick!

Ein genialer Satz von ihm war zudem die Bemerkung, dass er sich Mühe gebe, «Documentation Driven Development» zu betreiben. Klingt vielleicht lustig, aber wenn man mit der Dokumentation von Laravel vertraut ist, und diese mit anderen Projekten vergleicht, weiss man, wie angenehm eine solche Vorgehensweise ist, und wie unglaublich genial eine versionierte, grösstmöglich komplette und ständig auf den neusten Stand gebrachte Dokumentation, bzw. das Arbeiten damit, ist (sic!).

Ein paar Stunden später wurde dann auch Laravel 5.3 live aus der LaraconEU released. Der gute Taylor steckte also sogar noch während der Konferenz einiges an Arbeit und Dokumentation in sein Baby.

IOC Container beyond constructor injection

Nach dem Schöpfer Laravels auf die Bühne zu treten ist bestimmt keine einfache Sache, erst recht nicht, wenn der Talk von Monitor-Ausfällen begleitet wird, welche die Präsentation zu einem Blindflug machen und die Nervosität mit Sicherheit nicht senken. Dennoch gab Hannes van de Vreken sein Bestes, um das Prinzip von IOC (Inversion of Control) zu erklären.

Den Grundsätzen dieses Prinzip widmete er auch rund den ersten Drittel seines Talks, jeweils begleitet von allgemeinen PHP Snippets, welche dem Zuhörer das Verständnis erleichterten. Die Erklärung der Implementation in Laravel folgte gleich darauf und wurde ausführlich beschrieben. Die Präsentation ist sehr zu empfehlen, wenn man einen etwas tieferen Einblick in die Injection Methodik und Funktionsabstrahierung in Laravel, bzw. in modernen Frameworks generell gewinnen möchte. Die Vorteile dieser Technik, wie etwa das Klassen nur geladen werden, wenn sie benötigt werden, beschreibt van de Vreken ebenfalls durch anschauliche Beispiele.

Embrace Chatops, Stop installing deployment Softwares

In diesem Talk ging es um DevOps. Leider allerdings nicht in erster Linie wie man diese einrichtet und verwendet, oder der Vorstellung einer Konkreten Strategie, sondern eher um die Verschiebung der Werkzeuge auf einen Server, die dann von einem Chatbot direkt angesteuert werden können. Grundsätzlich ist dies natürlich sehr interessant, da die Tools nur noch an einem Ort installiert und konfiguriert sein müsssen, und auch sicherheitstechnisch einige Vorteile bringen. Allerdings erhoffte ich mir eher etwas wie oben genannt, wodurch mich der Talk in meiner momentanen Situation nicht sonderlich weiter brachte. Dennoch ist es sehr interessant, wie Chatbots für alles mögliche genutzt werden. Wir bei der mexan AG nutzen auch bereits für viele Dinge Chatbots, eindeutig ein Werkzeug, welches man in Zukunft noch für zahlreiche Tasks sehen wird.

How to avoid database migration hell

Edward Coleridge Smith erklärte in diesem Talk die Vorteile von Migrationen in Laravel, sowie einige Best Practice Ansätze. Eine sehr gute Einführung, der ich praktisch überall zustimmen konnte. Für mich war allerdings kaum etwas Neues dabei, da ich diese Vorgehensweise schon seit längerer Zeit ebenfalls pflege und auch die kleinsten Projekte und Datenbankänderungen strikt über strukturierte Migrationen pflege. Sollte jemand dies noch nicht tun oder neu in Laravel sein, lohnt sich der Talk aber auf jeden Fall. Gegen Schluss des Talks wurde noch eine sehr interessante Vorgehensweise für Datenbankschemas vorgestellt, die in mehreren Projekten benutzt wird. Die Migrationen werden hierbei per Composer gepflegt und als eigenes Package betrachtet. Sollte man beispielsweise eine Webseite und eine App haben, welche dieselbe Datenbank nutzen, ist diese Variante eine, meiner Meinung nach, sehr gute Lösung.

Varnish for PHP Developers

Zur Abwechslung ging es hier um Serverstrukturen, und nicht um PHP selber. Varnish ist ein Caching Tool, welches für die Performance einer Seite Wunder wirken kann. In diesem Talk wurden die vier Grundfunktionen von Varnish erklärt und es wurden Einblicke und Erklärungen zu der Verhaltensweise von Varnish geboten. Ebenso wurde beschrieben, worauf es zu achten gilt, wo auch Missbrauchspotential herrscht, oder aber wie man mit Fehlkonfiguration den ganzen Server in den Acker fahren kann, beziehungsweise das Ganze kontraproduktiv für die Seite wird.

Insbesondere wurde die Wichtigkeit der HTTP Header hervorgehoben. Viele Beispiele sorgten zudem dafür, das der Vortrag leicht verständlich und sehr angenehm war.

One box doesn't fit all

Netter und sehr amüsant vorgetragener Abschluss des Tages mit und von Frank de Jonge. Gestützt mit lustigen Zitaten redete er über Vor- und Nachteile von horizontalem wie auch vertikalem scaling bei Webapplikationen und ging natürlich auch noch einmal auf Cacheing ein. Unterstütz wurde auch dieser Talk durch sehr aussagekräftige Code- und Praxisbeispiele, welche dem Publikum deutlich die angesprochenen Prinzipien vor Augen führte.

Laracon zweiter Tag

Build your own recommendation engine with NEO4J and RECOPHP

Der Tag beginnt mit Krönung Light - Nope, aber dafür mit einem spannenden Vortrag über Graphendatenbanken, und deren Vorteile gegenüber traditionellen relationalen und schematisierten Datenbanken. Natürlich wurde dies vor allem mit Fokus auf eine Empfehlungsmaschinerie getan, und auch das Prinzip einer solchen wurde eingehend abgearbeitet. Rasch wurde einem da bewusst, an wie vielen Orten man auf eine solche stösst (z.B. die vorgeschlagenen Freunde bei Facebook, oder die Produktvorschläge bei Shops) und wie wichtig qualitativ hochwertige Empfehlungen sind, um die Kunden zufriedenzustellen - und wie kontraproduktiv schlechte Vorschläge sein können.

Da der Autor auch die beiden Werkzeuge für die Arbeit mit einer solchen Datenbank geschrieben hat, wurden einem auch direkt die Waffen für einen solchen Kampf präsentiert und demonstriert.

Für mich einer der informativsten Talks, da ich mich bisher noch nicht mit Graphendatenbanken beschäftigte, jedoch die Thematik sehr spannend finde.

Taking care of backups with laravel

Wer kennt das Problem nicht, man hat eine tolle Webpräsenz und plötzlich passiert etwas Unvorhergesehenes - Elefanten stürmen die Serverfarm, ein unerwarteter Sturm von Sonnenwinden legt die Halbleiter des Hosts lahm oder ein ungeschickter Praktikant leert Kaffeee über alle Festplatten, während er über ein Kabel stolpert und einen Kurzschluss provoziert. Kurz, es gibt viele Szenarien die zu ungewolltem Datenverlust führen können und wenn man nicht über einen kompetenten Hostingpartner verfügt, oder aber nicht gewillt ist, für den Aufwand einen gewissen Obulus für die Wiederherstellung zu berappen, sind die ganzen Daten futsch.

Dank dem Package von Freek van der Herten, welches er in diesem Talk vorstellte und die Möglichkeiten sowie die Anwendung davon präsentierte, sollten diese Desaster mit Laravel der Vergangenheit angehören. Auf jeden Fall ist das Package eine sehr schöne Sache, und ich persönlich bin sicher, dieses in zukünftigen Projekten ebenfalls zu verwenden.

Freek stellte zudem noch seine Firma Spatie vor, welche neben dem Backup Package noch einige andere nette Pakete für Laravel geschrieben haben. Dabei betonte er natürlich auch die tolle Lizenz, welcher diese Pakete unterliegen, denn sie sind nicht etwa kostenlos: Wer ein Paket von Spatie in einer «produktiven Umgebung» einsetzt, muss nämlich eine Postkarte von seinem Wohnort an Spatie schicken. Eine sehr coole Idee, und mich würde wirklich interessieren, wie die Wand von diesen Dudes wohl mittlerweile aussieht. Tatsächlich fand ich die idee so gelungen, dass ich am nächsten Tag als Dankeschön für den Talk einfach so eine Karte an die Firma geschickt habe, wenn auch aus Amsterdam und nicht von meinem Wohnort aus.

Building real-time apps the node way using laravel

Dieser Talk war zugegebenermassen etwas intensiv. Der Umstand, dass er direkt nach dem Mittag in die Verdauungsphase geriet, gesellte sich zu dem sehr vollen Raum, der mich zu einem Platz weit hinten zwang, wo man den Redner leider nur sehr undeutlich verstand. Dazu war der Stoff eindeutig für eine mehrstündige Präsentation ausgelegt, und liess sich einfach nicht in 45 Minuten präsentieren. Dass der Präsentierende deshalb ständig von der Präsentationsansicht in die Folienübersicht wechselte und wild vor- und zurücksprang, machte die Sache auch nicht angenehmer. Kurz gesagt, die Thematik wäre sehr interessant gewesen, die Umstände vermiesten das Ganze jedoch ein wenig.

Der Sprecher selber, welcher eindeutig sehr kompetent war, merkte dies im Nachhinein wohl auch, da er den letzten Teil des Talks noch als «unConference» (Konferenzen, die nicht in dem Sinne geplant waren, und in einem dritten Track stattfanden, und für die sich jeder auf einem schwarzen Brett eintragen konnte, der etwas präsentieren wollte) weiterführte. Vermerkt war da auch, dass er es langsamer angehen und mit vielen Beispielen im Detail angucken würde, was bei der eigentlichen Präsentation eindeutig fehlte. Der Ergänzung wohnte ich dann allerdings nicht bei.

Wenn sich jemand für die verschiedenen Arten, wie Daten verarbeitet werden, und die Strukturen dahinter bei Node, PHP und Scriptsprachen allgemein interessiert, sollte er sich den Talk dennoch ansehen (vor allem deshalb, weil man bei einem Video den Vorteil hat, pausieren zu können und sich die Details genauer ansehen zu können). 

Making the most out of mysql

Informativer Talk zu den Neuerungen in der MySQL Version 5.7 gegenüber Ihrem Vorgänger. Dabei erfuhr man auch nützliche Hinweise, welche Probleme bei einer Migration auftreten könnten, und wie man diese (konkret mit Laravel) lösen, bzw. umschiffen kann.

Auch sehr nützlich war die Erwähnung und Erklärung von virtuellen Feldern, welche mir bis anhin so nicht bekannt waren, und für viele Cases eindeutige Daseinsberechtigung haben. Natürlich ging Gabi Davila auch hier wieder auf die direkte Implementation mit Laravel ein, und wie man diese Spalten, die gespeicherten, wie auch die on-the-fly generierten in einer Migration einpflegen und nutzen kann.

In einem weiteren Teil wurden verschiedene Werkzeuge zur Datenbankanalyse vorgestellt. Auch dies sehr nützlich, sollte man mit grossen Datenmengen arbeiten und die Engpässe der eigenen Applikation analysieren und verbessern müssen.

The state of content management

Tihomir Opacic, ein sympathischer, langhaariger Serbe, machte in dieser Präsentation eine kleine Reise in die Vergangenheit des Content Management, sprach über die aktuelle Lage und wagte natürlich auch einige Ausblicke in die Zukunft.

Der Einstieg wurde durch einen Comic von (den grossartigen) Commitstrip.com gemacht, indem darauf hingewiesen wird, dass seit rund einer dekade der PHP CMS Markt hauptsächlich von Wordpress, Drupal und Joomla dominiert wird. Da nur eine auserlesene Menge an ausgebildeten Profis TYPO3 einzusetzen weiss, fand dieses CMS leider keine Erwähnung ;)

Der Talk wurde begleitet von einer handvoll Auswertungen, die optisch schön präsentierten, wie verschiedene Gruppen Ihre Projekte aufbauen, und welche vorgefertigten oder selbstgestrickten Werkzeuge sie hierzu einsetzen. Quintessenz war auch hier, dass selbst nach Jahren der Webentwicklung noch immer Raum nach oben für ein universelles Admin-Panel Tool herrscht und dass zur Zeit noch kein ideales CMS, welches in Laravel geschrieben ist, existiert, oder eine akzeptable Stufe an Offenheit und/oder Funktionalität bietet.

Nach den Charts war, wie im ersten Absatz angetönt, die Timeline des Webs selber das Kernthema. Zu jedem Meilenstein des Webs wurden die vorherrschenden Merkmale aufgelistet, wie etwa Gästebücher und Statische Seiten für das Web 1.0, soziale Netzwerke für das Web 2.0 und so weiter.

Sehr interessant waren dann auch die verschiedenen Perspektiven, aus denen die Ansprüche für ein ideales CMS betrachtet wurden. Ein Punkt, den Technicker unter sich wohl oft vergessen, und der hier gut umschrieben wurde.

Curing the common loop (with collection pipelines)

Den Abschluss der eigentlichen Convention machte der grossartige Adam Wathan. Live demonstrierte er die Macht und die Schönheit von Collections und wie diese mit Laravel verwendet werden können. Auf eine witzige und verständliche Art überarbeitete Wathan einen Codeschnippsel, welcher eine Kaskade an eingeschobenen Schleifen und jede Menge temporäre Variablen enthielt, zu einer kurzen Abfolge an Collection-Methoden, welche nicht nur lesbarer, sondern in ihrem Grundaufbau logischer für das eigentliche Geschehen wirken.

Ebenfalls diente die Präsentation dem grundsätzlichen Verständnis von funktionaler Programmierung, da die Collection-Funktionalität grossen Nutzen von ebendieser macht.

Sollte sich nach dem Talk jemand noch weiter für Collections und Überarbeitung des eigenen Codes zu diesem Paradigma hin interessieren, empfiehlt sich auf jeden Fall auch die Lektüre des Buches von Adam Wathan, welches mit 4 Stunden Videomaterial daherkommt: Refactoring to Collections

Schon verwunderlich, wie schön Code werden kann, wenn man auf die grundsätzlichsten Faktoren traditioneller Programmierung, nämlich «Schleifen», «Bedingungen» und «temporäre Variablen» verzichtet.

Epilog

Mit der LaraconEU 2016 erlebte ich meine erste «richtige» Convention. Viele Vorträge waren gut, einige eher mittelmässig und andere wiederum spitze. Die Location war wie oben angesprochen der absolute Wahnsinn. Obwohl die zwei Tage einiges zum Verdauen für die grauen Zellen boten, sorgte der stetige Strom an kostenlosem Kaffee, Softdrinks und Mineralwasser für eine ausgeglichene Versorgung der Synapsen mit Energie, und an Motivation mangelte es ebenfalls nicht.

Ich freue mich schon auf die «LaraconEU 2017», bei welcher der Ticketkauf für mich jetzt schon beschlossene Sache ist!

Auch wenn einiges von dem gehörten bereits bekannt war, so konnte sicher Jeder etwas von den zahlreichen Präsentationen für sich mitnehmen, und so habe auch ich neue Ideen für Herangehensweisen oder schlicht «Best Practices» erfahren, welche bestimmt Anwendung im Berufsleben finden.

Neben dem rein Technischen und Informativen spielt auch das Kennenlernen neuer Leute eine grosse Rolle. Schon am ersten Tag traf ich neue Menschen, und die gleiche Wellenlänge stellte sich nicht nur beim technischen Interesse, sondern auch in vielen anderen Diskussionsbereichen fest. Kontakte in Holland, England, Deutschland, aber auch in Namibia und Indien festigen die gute Erinnerung an die Convention. Auch aus Luzern traf man Leute, und nicht zuletzt durch die neu gewonnen Motivation wurde so nun auch das Laravel Switzerland Meetup wieder belebt, zu dem ich natürlich auch hier alle Interessierten gerne einlade: Meetup Gruppe Laravel-Switzerland

Durch die tolle Organisation der ganzen Veranstaltung, die kompetenten und spannenden Vorträge und vor allem die getroffenen Menschen freue ich mich schon auf das nächste Jahr, wenn es heissen wird «LaraconEU 2017» bei welcher der Ticketkauf für mich jetzt schon beschlossene Sache ist.

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